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Schlafstörungen bei Kindern

Schlafstörungen bei Kindern - ein ernstzunehmendes Problem

Schlafstörungen bei Kindern sind ein ernstzunehmendes Problem. Internationalen Studien zufolge leiden 21 bis 37 Prozent unserer Kinder unter Schlafstörungen. Die obstruktive Schlafapnoe spielt dabei eine zunehmend größere Rolle: es kommt bei bis zu 2 Prozent der Kinder im Kleinkindesalter vor. Bei der Schlafapnoe kommt es während des Schlafes immer wieder zu Atemaussetzern. Das heißt, das Kind atmet für einen bestimmten Zeitraum nicht. Daher auch die Bezeichnung "Schlafapnoe". Das Wort "Apnoe" kommt aus dem Griechischen und heißt Windstille. Von einer Apnoe spricht man, wenn der Atemaussetzer länger als 10 Sekunden andauert. Das Tückische ist, dass dies der kleine Patient überhaupt nicht merkt.

Schnarchen ist ein Grund für eine Schlafapnoe
Kinderärzte und Somnologen haben herausgefunden, dass Schnarchen ein Indiz für eine Schlafapnoe bei Kindern ist. Studien zeigen, dass ca. 9,2 Prozent aller Säuglinge und Kinder ständig schnarchen. 4 bis 6jährige Kinder schnarchen häufiger als bis 3jährige Kinder. Jungen schnarchen häufiger als Mädchen. Laut Schätzungen leidet jeder fünfte kindliche Schnarcher unter Schlafapnoe. Schnarchen und damit die Atemstillstände sind meistens durch eine zu starke Erschlaffung der Zungen- oder Gaumenmuskeln oder vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln bedingt.

Auf den Atemstillstand folgt ein tiefer Atemzug, der die verengten Atemwege öffnet und als lauter Schnarcher zu hören ist. Die betroffenen Kinder haben durch die angestrengte Atmung einen sehr unruhigen Schlaf und wachen nachts auf. Die Weckreaktionen sind allerdings so kurz und unvollständig, dass sich die betroffenen Kinder am nächsten Morgen nicht daran erinnern können. Das Gefährliche ist: Atemaussetzer mit bis zu 20 Sekunden Dauer machen einen Tiefschlaf unmöglich. Durch die Atemstillstände sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Die Folgen des verkürzten Tiefschlafes und des verminderten Sauerstoffgehaltes sind gravierend.

Die Symptome für eine Schlafapnoe

Schnarchen
Mundatmung
Unruhiger Schlaf
Ungewöhnlichen Schlafposition
Profuses Schwitzen im Schlaf
Morgendliche Mundtrockenheit
Verzögerte Schlafentwicklung
Untergewicht und Minderwuchs
Tagesschläfrigkeit
Appetitlosigkeit
Lustlosigkeit
Hyperaktivität
Aggressivität
Konzentrationschwäche
Gedeihstörungen
Infekthäufigkeit

Sollte ein Kind schnarchen und zudem unter diesen Symptomen leiden, ist das ungewöhnlich. Die meist ratlosen Eltern sollten einen Kinderarzt zu Rate ziehen und das Kind in ein Kinderschlaflabor überweisen lassen. In dem Schlaflabor wird der Schlaf der Kleinen genau untersucht. Dort wird gemessen, wie lang die Atemaussetzer sind, ob die Kinder genügend Sauerstoff bekommen und wie häufig sie nachts aufwachen.

Therapiemethoden
Die Gründe für eine Schlafapnoe bei Kindern sind vielfältig: Übergewicht, häufige Entzündungen im Rachenraum und vergrößerte Mandeln oder Polypen spielen eine Rolle. In den meisten Fällen sind die vergrößerten Mandeln oder Polypen die Ursache für eine Schlafapnoe bei Kindern. Bei jedem Mensch lässt die Muskelspannung des Gaumens im Schlaf nach. Sind die Mandeln aber zusätzlich vergrößert, rutschen sie besondern leicht während des Schlafes nach hinten und verursachen die Atembehinderung, begleitet vom lauten Schnarchen. Eine Mandelverkleinerung mit dem Laser und die Entfernung der Polypen schafft schnelle Abhilfe und lässt die Kleinen wieder lautlos durchschlafen. Die Kinder sind wieder ausgeglichen.

Es gibt allerdings auch Fälle, in denen die vergrößerten Mandeln oder Polypen nicht die Ursache der Krankheit sind. Bei einigen Kindern verengt beispielsweise ein zu kleiner Kiefer die oberen Atemwege. In diesen Fällen ist die Behandlung mit einer Atemtherapiemaske die beste und am weitesten verbreitete Methode. Diese Maske ist über einen Schlauch mit einem Atemtherapiegerät verbunden, das den Luftdruck erhöht und die regelmäßige Atmung im Schlaf aufrecht hält.

Eile ist geboten
Das Krankheitsbild der obstruktiven Schlafapnoe ist noch nicht bei allen Ärzten bekannt. Aufgrund der Konsequenzen wie Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen, lautet die Diagnose von Ärzten oft: Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Eine Überweisung ist Schlaflabor ist daher bei Verdacht dringend nötig und sollte sofort vorgenommen werden. Denn die Krankheit lässt sich zwar heilen, aber die aufgrund des Konzentrationsmangels eingetreten Entwicklungsstörungen können nicht wieder wettgemacht werden.

Eine Konsequenz der Entwicklungsstörungen sind beispielsweise schlechtere Schulnoten. Eine Studie von Dr. Michael Urschitz hat ergeben, dass schnarchende Kinder häufig schlechter in der Schule sind. Das Risiko für schlechte Schulleistungen steigt proportional zur Häufigkeit des Schnarchens an. Lesen Sie hierzu das Interview mit Dr. Michael Urschitz, Universitätsklinikum Tübingen.
Download Interview, PDF, 60 KB


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Weitere Infos zum Thema

Interview mit Dr. Michael Urschitz über Kinder und Schnarchen
Download Interview
PDF, 60 KB

Tipps und Tricks, wenn Kinder schlecht schlafen
Download Tipps
PDF, 40 KB

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